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Ratgeber Sprache

Einfache und Leichte Sprache auf Websites

Auch der klarste Kontrast hilft nicht, wenn niemand den Satz versteht. Einfache und Leichte Sprache machen Texte für viel mehr Menschen zugänglich, nicht nur für Menschen mit Lernschwierigkeiten.

Selbst vergleichen

Einfache und Leichte Sprache: vorher und nachher

Vorher: Ein Satz, 29 Wörter, Fachsprache Nachher: Vier kurze Sätze, bekannte Wörter

Links ein typischer Satz von einer Praxisseite, rechts dieselbe Aussage in Leichter Sprache. Den Regler bedienst du mit der Maus, mit dem Finger oder mit den Pfeiltasten.

Warum es zählt

Warum Einfache und Leichte Sprache Barrieren abbauen

Barrierefreiheit betrifft nicht nur Augen, Ohren und Hände, sondern auch das Verstehen. Menschen mit Lernschwierigkeiten, mit Demenz, mit Aphasie nach einem Schlaganfall oder mit geringen Deutschkenntnissen scheitern an langen Schachtelsätzen und Fachwörtern. Laut der LEO-Studie der Universität Hamburg aus dem Jahr 2018 lesen und schreiben rund 6,2 Millionen Erwachsene in Deutschland nur eingeschränkt.

Leichte Sprache folgt festen Regeln. Jeder Satz enthält nur eine Aussage, lange Wörter werden mit einem Mediopunkt getrennt, Fachwörter werden erklärt, und Bilder unterstützen den Text. Texte in Leichter Sprache sollen von Menschen aus der Zielgruppe geprüft werden. Einfache Sprache ist weniger streng, sie verzichtet auf Fachjargon und lange Sätze, bleibt aber näher an der Standardsprache.

Für die meisten Unternehmensseiten ist Einfache Sprache der richtige Weg. Kurze Sätze, aktive Formulierungen, bekannte Wörter und klare Schritte helfen allen Besuchern, auch denen ohne jede Einschränkung. Für Behörden ist zusätzlich ein Teil in Leichter Sprache Pflicht, und auch Unternehmen können wichtige Informationen so anbieten.

WCAG 2.2

Was die WCAG hier verlangen

  • 3.1.1 Stufe A
    Sprache der Seite

    Die Hauptsprache der Seite ist im Code angegeben, damit Screenreader richtig aussprechen.

  • 3.1.2 Stufe AA
    Sprache von Teilen

    Abschnitte in einer anderen Sprache sind entsprechend ausgezeichnet.

  • 3.1.5 Stufe AAA
    Leseniveau

    Ist ein Text schwerer als nötig, gibt es eine leichter verständliche Fassung.

  • 3.2.4 Stufe AA
    Konsistente Erkennung

    Gleiche Funktionen heißen auf allen Seiten gleich, damit niemand umdenken muss.

Lösung

So schreibst du Texte, die alle verstehen

  1. Eine Aussage je Satz

    Teile lange Sätze auf. Wer nach dem dritten Komma noch weiß, worum es am Anfang ging, liest gut, aber viele Menschen verlieren dort den Faden.

  2. Verben statt Hauptwörter

    „Rufen Sie uns an“ ist leichter als „Eine telefonische Kontaktaufnahme ist erforderlich“. Aktive Verben machen klar, wer was tun soll.

  3. Fachwörter erklären

    Wenn ein Fachwort nötig ist, erkläre es beim ersten Mal in einem kurzen Satz. Abkürzungen schreibst du einmal aus.

  4. Mit echten Menschen prüfen

    Lass Texte in Leichter Sprache von Menschen aus der Zielgruppe gegenlesen. Nur sie können sagen, ob der Text wirklich verständlich ist.

Fragen

Fragen zu Einfache und Leichte Sprache

Was ist der Unterschied zwischen Einfacher und Leichter Sprache?

Leichte Sprache folgt festen Regeln, richtet sich vor allem an Menschen mit Lernschwierigkeiten und wird von ihnen geprüft. Einfache Sprache ist freier, verzichtet auf Fachjargon und lange Sätze und richtet sich an alle.

Muss meine Website Leichte Sprache anbieten?

Für Behörden gilt nach der BITV 2.0 eine Pflicht zu Informationen in Leichter Sprache. Für Unternehmen verlangt das BFSG verständliche Informationen, aber keine Leichte Sprache. Sie ist trotzdem ein starkes Zeichen.

Was ist ein Mediopunkt?

Ein halbhoher Punkt, der lange Wörter in Leichter Sprache in ihre Teile trennt, zum Beispiel Kranken·kasse. So lassen sich zusammengesetzte Wörter leichter lesen.

Wie steht deine Website da?

Wir prüfen deine Seite auf diese und alle anderen Barrieren und schicken dir einen Bericht, der sagt, was zuerst dran ist.